Impfungen gegen die Blauzungenkrankheit angelaufen

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In verschiedenen Bundesländern ist in der vergangenen Woche die Impfung von Rindern gegen die Blauzungenkrankheit angelaufen. "Ab heute wird geimpft", erklärte Hessens Landwirtschaftsminister Wilhelm Dietzel am Dienstag vergangener Woche in Fulda beim Start der landesweiten Impfaktion. Auf den gleichen Tag fiel der Auftakt der Impfaktion in Baden-Württemberg. Einen Tag zuvor hatte auch das Landeslabor Schleswig-Holstein die erste Lieferung des Impfstoffes erhalten; sie umfasste 1480 Flaschen zu jeweils 100 ml. Das Serum stand nach Angaben des Kieler Landwirtschaftsministeriums ab Dienstag den Kreisen und kreisfreien Städten zur Verfügung. In Niedersachsen trafen ebenfalls Anfang voriger Woche die ersten Impfdosen ein. Sie reichen dem Agrarressort in Hannover zufolge für 70 000 Rinder. In Nordrhein-Westfalen, dessen Landwirtschaft am stärksten von der Blauzungenkrankheit betroffen ist, wurde am Mittwoch mit der Auslieferung des Impfstoffs und den Impfungen von Rindern begonnen. Insgesamt sollen dort in den nächsten Wochen rund 1 Million Rinder, 240 000 Schafe und 20 000 Ziegen geimpft werden. In Mecklenburg-Vorpommern teilte das Landwirtschaftsministerium am gleichen Tag mit, dass die Impfung der Rinder-, Schaf- und Ziegenbestände kurz bevor stehe. In Sachsen-Anhalt wurden zu Beginn letzter Woche die ersten 22 000 Impfstoffeinheiten an den Burgenlandkreis ausgeliefert, wo die Impfkampagne bei den Rindern startet. Die hessische Landesregierung, die die Koordination der lmpfstoffbeschaffung übernommen hatte, hat für alle Bundesländer zusammen fast 21 Millionen Impfdosen im Gesamtwert von rund 19,6 Mio Euro bestellt. Die Kosten der Beschaffung der Impfstoffe werden in der Regel von den Ländern beziehungsweise Tierseuchenkassen übernommen, während die Impfgebühren teilweise oder vollständig zu Lasten der Tierhalter gehen. Im Jahr 2007 waren in Deutschland insgesamt 20 673 Fälle an Blauzungenkrankheit festgestellt worden; in den ersten drei Monaten von 2008 waren es 1 866.

"Organisatorischer Kraftakt" Der nordrhein-westfälische Landwirtschaftsminister Eckhard Uhlenberg erklärte zum Start der Impfaktion, die Sorgen vieler Tierhalter könnten nun schrittweise neuer Zuversicht weichen. Auch im Hinblick auf den Tierschutz sei es zu begrüßen, wenn Rinder, Schafe und Ziegen vor einer neuen Infektionswelle geschützt würden. "Die Vorbereitung der Impfaktion bedeutete einen organisatorischen Kraftakt hinter den Kulissen", sagte der Minister. Nach seinen Angaben erhält Nordrhein-Westfalen in insgesamt 13 Lieferungen unterschiedlicher Größe bis zum 27. Juli 3 Millionen Dosen Impfstoff von drei verschiedenen Herstellern. Die Impfungen bei Schafen und Ziegen würden überall zeitgleich

Ende Mai beginnen und sollten nach drei Wochen beendet sein. Das Impfen der Rinder erfolge in Etappen von Nord nach Süd. Da in der Region Ostwestfalen-Lippe im letzten Jahr im Vergleich zum Rest des Landes weniger Infektionen aufgetreten seien, werde hier mit der Impfung begonnen, da weniger Tiere durch eine natürliche Infektion im Vorjahr immun seien, erklärte Uhlenberg. Die Impfungen starteten im Regierungsbezirk Detmold, dann folgten die Regierungsbezirke Münster, Düsseldorf, Arnsberg und Köln. Bei Rindern seien zwei Impfungen im Abstand von 21 bis 28 Tagen notwendig. Bis Ende August solle die Impfung im ganzen Land abgeschlossen sein.

Zunächst ist Fulda dran Wie Dietzel berichtete, wird Hessen mit Impfstoffen für insgesamt 350 000 Schafe und 500 000 Rinder beliefert. Die Verteilung der Impfstoffe erfolge über die Veterinärämter der Landkreise und kreisfreien Städte. Der zuerst eintreffende Rinderimpfstoff der Firma Fort Dodge werde komplett dem Landkreis Fulda zur Impfung der dortigen Rinderpopulation zur Verfügung gestellt. Dabei handle es sich um zwei Teillieferungen von zusammen 71 482 Dosen. Diese würden ausschließlich im Kreis Fulda verimpft, der der rinderreichste hessische Landkreis und aufgrund der östlichen Lage bisher nur schwach von der Blauzungenkrankheit betroffen sei. Aus diesem Grunde werde dort mit der Impfung der Rinder begonnen, erläuterte der Minister. Der Rinderimpfstoff der Firma Merial, der Anfang Juni verfügbar sei, werde ausschließlich in den Landkreisen Marburg-Biedenkopf und Vogelsberg verimpft. Diese seien 2007 stark von der Blauzungenkrankheit betroffen gewesen, was dort eine höhere natürliche Immunisierung der Rinder erwarten lasse, was einen späteren Impftermin rechtfertige. In allen Landkreisen und Städten außer im Landkreis Fulda würden als erstes die Schafe geimpft, für die bis Anfang Juni alle Impfdosen geliefert würden. Der betreffende Impfstoff werde nach Anlieferung schnellstmöglich in die Fläche verteilt, kündigte Dietzel an. Im Anschluss an die Schafimpfung würden in allen Städten und Landkreisen die Rinder geimpft.

Impfungen über mehrere Jahre nötig Niedersachsen hat nach Angaben des dortigen Landwirtschaftsministeriums für insgesamt 1,85 Millionen Rinder und 300 000 Schafe sowie Ziegen Impfstoff gegen die Blauzungenkrankheit geordert. Der Impfstoff aus der ersten Lieferung werde nur für Rinder eingesetzt, erklärte das Agrarressort. Beliefert würden zunächst die an Nordrhein-Westfalen angrenzenden Landkreise Diepholz, Emsland, Grafschaft Bentheim, Hameln, Holzminden, Nienburg, Nordheim, Osnabrück und Schaumburg. Der Impfstoff für die Schafe werde Ende Mai erwartet. Die weitere Belieferung werde wöchentlich erfolgen und voraussichtlich bis zum 17. Juli abgeschlossen sein, so dass es möglich sei, die Impfung vor dem zu erwartenden Höhepunkt der Krankheitswelle im August beziehungsweise September durchzuführen. Rinder müssten zweimal im Abstand von 21 bis 28 Tagen geimpft werden; bei Schafen und Ziegen genüge eine Einmalimpfung. Ziel des ersten Impfdurchganges sei es, die massiven klinischen Erscheinungen zu unterdrücken. Es sei davon auszugehen, dass die Impfung mehrere Jahre durchgeführt werden müsse, erklärte das Landwirtschaftsministerium. Für 2008 trage die niedersächsische Tierseuchenkasse die Kosten für den Impfstoff und gewähre eine Beihilfe für die Durchführung der Impfung. Das Land beteilige sich zu 50 % an den Kosten von insgesamt etwa 12,5 Mio Euro.

Risikoorientierter Ansatz in Baden-Württemberg In Baden-Württemberg müssen laut Angaben von Landwirtschaftsminister Peter Hauk insgesamt etwa 450 000 Schafe und Ziegen sowie 800 000 Rinder verpflichtend gegen die Blauzungenkrankheit geimpft werden. Der Impfstoff werde zwischen Mitte Mai und Mitte Juli durch drei Hersteller geliefert, teilte Hauk mit. Der Einsatz werde risikoorientiert erfolgen, das heiße in den besonders betroffenen Gebieten im Norden des Landes sowie entlang des Rheins beginnen und in Richtung Südosten fortschreiten. Schaf- und Ziegenbestände seien dabei einmalig, Rinderbestände zweimalig im Rahmen von Gesamtbestandsimpfungen zu impfen. Bis Ende August solle auch die zweite Impfung der Rinder in den freien Gebieten abgeschlossen werden. Um der Blauzungenkrankheit angemessen begegnen zu können, hätten sich Land, Tierseuchenkasse und die betroffenen Verbände auf die Durchführung einer amtlichen Impfkampagne verständigt, erklärte der Minister. Anfallende Impfstoff- und Verfahrenskosten würden in diesem Jahr vom Land und der Tierseuchenkasse Baden-Württemberg getragen. Die Verteilung der Impfstoffkontingente werde über die Veterinärämter erfolgen, die Verrichtung durch praktizierende Tierärzte vorgenommen. Hauk zufolge infizierten sich in Baden-Württemberg im vergangenen Jahr 1 500 Tiere mit der Blauzungenkrankheit.

Straffer Zeitplan Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus teilte am vergangenen Mittwoch mit, dass die Veterinärbehörden und die praktizierenden Tierärzte im Land vorbereitet seien, um etwa 600 000 Rinder und 200 000 Schafe und Ziegen gegen die Blauzungenkrankheit zu impfen. Für einen durchgehenden Impfschutz seien nach der Grundimmunisierung halbjährliche oder jährliche Wiederholungsimpfungen erforderlich, erläuterte der Minister. Die Impfung sei voraussichtlich über mehrere Jahre fortzuführen. Laut Backhaus soll am 30. Mai die erste Lieferung des Impfstoffs der Firma CZ Veterinaria eintreffen, der für die Impfung sämtlicher Schafe und Ziegen zum Einsatz komme. Gleichzeitig werde dieser Impfstoff zur Impfung der Rinder in den Kreisen Nordwestmecklenburg, Ludwigslust, Parchim, Bad Doberan, Güstrow, Nordvorpommern und Rügen verwendet. Mit dem Anfang Juni eintreffenden Impfstoff der Firma Merial werde die Rinderpopulation in den Kreisen Demmin und Müritz geimpft. Backhaus erinnerte daran, dass die Halter von Rindern, Schafen und Ziegen rechtlich verpflichtet seien, ihre Tiere impfen zu lassen. Nachdem die Landkreise Öffentlichkeitsarbeit geleistet hätten, seien insbesondere von Schaf- und Ziegenhaltern zahlreiche Nachmeldungen eingegangen, berichtete der Minister. Der Zeitplan für die Impfungen sei äußerst straff. Vor Ende August solle die Impfaktion in diesem Jahr abgeschlossen werden. In Sachsen-Anhalt werden nach Angaben des Magdeburger Agrarressorts insgesamt rund 420 000 Rinder und 150 000 Schafe und Ziegen geimpft. Das Land beteilige sich an den Kosten mit 250 000 Euro. Die Tierseuchenkasse stelle 625 000 Euro für die Finanzierung des Rinderimpfstoffs bereit. Die Tierhalter müssten die Kosten für den Tierarzt tragen, erklärte das Ministerium. Es sei möglich, dafür eine Beihilfe zu beantragen.

Quelle: Agra Europe

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