"Schädling des Jahres" 2025
Zum ersten Mal haben wir die Wahl zum "Schädling des Jahres" durchgeführt. Die Beteiligung hat uns überrascht: Knapp 150 Stimmen wurden für zehn verschiedene Schädlinge abgegeben. Wir haben die Branche in unserem Newsletter DpS News und auf LinkedIn dazu aufgerufen, an der Abstimmung teilzunehmen.
Mit 27 % der Stimmen liegt die Asiatische Hornisse Vespa velutina deutlich auf Platz eins. Damit wird eine invasive Art gewählt, die in vielen Regionen zunehmend wahrgenommen wird und regelmäßig Gegenstand von Einsätzen, Anfragen und Meldungen ist.
Auf Platz zwei folgt mit 18 % die Große Drüsenameise Tapinoma magnum. Die Ameisenart wird seit einigen Jahren verstärkt gemeldet und rückt zunehmend vor allem im urbanen Raum in den Fokus der Öffentlichkeit.
Knapp dahinter liegt mit 17 % das Papierfischchen Ctenolepisma longicaudatum. Die Art hat in den vergangenen Jahren immer wieder von sich reden gemacht. Vor allem dem zunehmendem Versandhandel wird nachgesagt, die Insekten zu verbreiten.
Die Bettwanze erreicht 11 % der Stimmen. Sie bleibt damit ein relevantes Thema, liegt im Ranking jedoch hinter mehreren anderen Arten. Die Wanderratte folgt mit 10 %. Im hinteren Feld liegen die Deutsche Schabe (6 %), die Deutsche Wespe (4 %) sowie die Hausmaus mit 3 %. Jeweils 2 % der Stimmen entfallen auf den Japankäfer und den Eichenprozessionsspinner.
Einordnung
Das Ergebnis bildet eine Momentaufnahme ab. Gewählt wurden sowohl etablierte Arten als auch invasive oder Schädlinge, deren Vorkommen zunimmt. Wir werden die Wahl jährlich wiederholen.
Die Asiatische Hornisse
Die Asiatische Hornisse (Vespa velutina) ist eine invasive Faltenwespenart, die ursprünglich aus Südostasien stammt. In Europa wurde sie erstmals 2004 in Frankreich nachgewiesen und breitet sich seitdem kontinuierlich aus. In Deutschland gilt sie als etablierte invasive Art mit regional stark unterschiedlicher Verbreitung.
Charakteristisch ist ihr dunkles Erscheinungsbild mit schwarzem Thorax, überwiegend dunklem Hinterleib und einer auffälligen orangegelben Binde am vierten Hinterleibssegment. Die Beine sind an den Enden gelb gefärbt, was sie von der Europäischen Hornisse unterscheidet.
Die Asiatische Hornisse ernährt sich überwiegend von Insekten, darunter auch Honigbienen. Ihre Nester werden häufig hoch in Bäumen, zunehmend aber auch an Gebäuden oder in urbanen Strukturen angelegt. Ein Volk kann mehrere tausend Individuen umfassen.
Neue Sachlage
Die Asiatische Hornisse (Vespa velutina) gilt seit März 2025 in Deutschland nicht mehr nur als invasiv, sondern als etablierte Art. Damit entfällt die allgemeine Melde- und Bekämpfungspflicht. Nester müssen nur noch entfernt werden, wenn von ihnen eine konkrete Gefahr ausgeht, etwa an sensiblen Orten wie Kitas oder stark frequentierten Bereichen. Die Entscheidung darüber liegt beim Grundstückseigentümer beziehungsweise bei Kommunen auf öffentlichen Flächen, jeweils in Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde.
Die Art breitet sich seit 2014 von Südwestdeutschland aus und ist inzwischen in vielen Regionen angekommen. Eine vollständige Ausrottung gilt als nicht mehr realistisch. Sichtungen können weiterhin freiwillig gemeldet werden, um das Monitoring zu unterstützen.
Besondere Bedeutung kommt der korrekten Bestimmung zu, da die Asiatische Hornisse leicht mit der streng geschützten Europäischen Hornisse verwechselt werden kann. Fehlbestimmungen können rechtliche Konsequenzen haben. Aufgrund des ausgeprägten Verteidigungsverhaltens und der häufig exponierten Nestlage wird dringend empfohlen, Nestfunde nicht selbst zu beseitigen, sondern Fachleute einzuschalten.