Kittner: Tagebuch Herbst 2023

Feinfühligkeit beweisen

Unser Tagebuchautor: Stefan Kittner

Allgemeine Schädlingsbekämpfung Leverkusen

Der Job eines Schädlingsbekämpfers ist vielseitig, abwechslungsreich und hält immer wieder Überraschungen bereit. Was sie täglich erleben hat, hat nicht nur mit Schädlingen zu tun. Hier ein Blick ins Tagebuch von Stefan Kittner, der wieder einige „Best-Offs“ aus seinem Arbeitsalltag zusammengefasst hat, die einmal die tieferen Gründe eines Schädlingsbefalles aufzeigen sollen.

Foto: Dr. Reiner Pospischil

Kleiderläuse behandeln?

Ein Anruf von einem Sozialarbeiter erreichte uns. Einer seiner Klienten wurde mutmaßlich von Kleiderläusen geplagt. Er hat häufig Kontakt zu Obdachlosen, verkehrt tagsüber in deren Kreisen, lebt aber in einer betreuten WG, die von dem Sozialarbeiter begleitet wird. Schon beim ersten Telefonat gab ich zu Bedenken, dass ich bei Kleiderläusen nicht die erste Wahl bin, sondern ein Arzt bzw. ein Dermatologe. Der Sozialberater erklärte, dass der Kunde/Patient in Behandlung ist und dass dieser Arzt, das Sozialamt und der Träger des sozialen Dienstes darauf bestanden, dass noch eine Behandlung des Zimmers des Klienten durchgeführt werden soll. Ich schrieb in das Angebot explizit rein, dass ich weder den Klienten behandle noch, dass ich eine Garantie auf eine Tilgung des Befalls geben könne, da es erstens die Aufgabe eines Arztes ist und zweitens angesichts der Lebensführung des Klienten mit seinen sozialen Kontakten eine erneute Infizierung durch Kleiderläuse nicht ausgeschlossen werden kann. Der soziale Träger wie auch das Sozialamt bestätigten mir schriftlich das Angebot und ich führte die Behandlung aus. Das eingesetzte Mittel ist gelistet gem. § 18 InfSchG, welches ich besorgte, und das Sicherheitsdatenblatt sendete ich als PDF an den sozialen Träger, das Sozialamt und dem behandelnden Arzt.

Foto: Dr. Reiner Pospischil

Ratten, Ratten und wieder Ratten!

Hatte unsere Branche vor zehn, und mehr Jahren noch richtige Saisons wie die Wespensaison, die Ameisensaison oder eine Schadnagersaison, sind diese Grenzen nicht nur verschwommen, sondern auch nahtlos ineinander verwoben.

Foto: Despositphotos

So auch bei der Rentnerin, deren Kinder es in alle Windrichtungen verschlagen hat und sie nur selten besuchen. Sie hat, nach dem Tod ihres Mannes nur noch einen riesigen Garten, ein Relikt aus „besseren Tagen“, den sie damals noch mit ihrem Mann zusammen pflegen konnte. Heute ist sie allein, die Knochen schmerzen und nur die Vögel, die sie regelmäßig füttert, besuchen sie.

Doch die Fütterung lockte auch andere Gäste an: Regelmäßig machten sich auch Ratten über die Gourmet-Platten her, die eigentlich für die Vögel angerichtet wurden. Und auf diese Fütterung wollte die ältere Dame nicht verzichten. Doch mit einem kleinen Umbau an dem Vogelhäuschen sowie drei im Garten verteilten Köderstationen konnten wir die Besuche der Wanderratten auf Weiteres unterbinden. Die Frau freut sich nun auf die regelmäßigen Besuche von uns. Der Kaffee ist übrigens noch handgebrüht.

Foto: Dr. Reiner Pospischil

Wieder einmal Bettwanzen

Es gibt Bettwanzen im gesamten Haus, eingeschleppt über die Enkelkinder. Eine Kundin rief uns an. Wir vereinbarten einen Beratungstermin und ich nahm das Objekt in Augenschein. Ein Einfamilienhaus, zur Miete bewohnt, im Stil der 80er Jahre. Die Tochter der Auftraggeberin ist wegen psychischer Probleme in Therapie, die Enkelkinder sind in der Obhut von Pflegeeltern und der Großeltern, die aber nur ein Besuchsrecht haben, bei der die Tochter vor Ort sein darf. Aus dieser Situation heraus wurden die Tiere eingeschleppt. Es fanden keine Urlaube oder auswertigen Besuche in den vergangenen fünf Jahren statt.

Bettwanzen die Zweite

Wieder ein Bettwanzenanruf. Man(n) hat die Tiere gesichert und eingefangen. Also fuhr ich zum Kunden und sichtete sie. Nach dem ersten Interview mit dem Kunden, der jedoch keine Bisse oder Stiche aufweisen konnte, ließ ich mir die eingefangenen Tiere zeigen. Die erste Draufsicht zeigte eine gewisse Ähnlichkeit mit Bettwanzen, bei der zweiten Begutachtung erkannte man sofort die überaus langen Fühlerpeitschen und die nach außen, über den Torso hervorragenden Flügeldecken. Es waren Nymphen der Waldschabe. Die Fenster in den betroffenen Zimmer (Schlafräume) waren nicht gegen Einflug gesichert, sprich es waren keine Fliegengitter an den Fenstern angebracht.

Selbstverständnis

Wir Schädlingsbekämpfer sind nicht nur Auftragsmörder, Profikiller oder Hexenmeister. Wir haben, berufsbedingt auch ein offenes Ohr für die Sorgen und Nöte unserer Kunden. Wir diffundieren die Umgebung, die Lebensumstände, Krankheiten und Lebensgewohnheiten und können daher auch die richtigen Lösungsansätze geben und somit „das Übel bei der Wurzel“ packen. Denn langfristig müssen die Ursachen behoben werden, um eine erfolgreiche Therapie angehen zu können. Daher ist eine gewisse Empathie in unserem Beruf unbedingt notwendig.

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