Lergon: Tagebuch Februar 2016

Viel Büro, wenig Baustelle

Jobgeschäft

Erste Ratte auf dem Mond? Könnt´man fast meinen. Aber nein, das sind Rattenspuren in einem Kriechkeller mit Lehmboden, der stets sehr feucht war. Auf der Suche nach der Befallsquelle entstand dieses Foto, das eine Mondlandschaft erinnert. Die Quelle des Rattenbefalls war letztlich ein defekter Kanal.

Tja, hier konnten wir Insektenfallen aufstellen so viel wir wollten, es fand sich nichts, das die Beschwerden der Kundin erklärt hätte. Mit der Zeit wurde klar: Es handelte sich um
einen Fall von Ungezieferwahn. Die Frau war felsenfest davon überzeugt, sie werde ständig
von Insekten gestochen. Glück im Unglück: Der Gärtner nahm uns die Last ab. Er hatte eine Idee, welches Tier es sein könnte und von da an hatte er dann wohl die täglichen Anrufe. Vielleicht hatte er auch Glück und ein weiterer Dienstleister erlöste ihn später wiederum auch. Das übliche Spiel.

Schon wieder hatte eine Kirche ein Schädlingsproblem. Immer wieder gern: Holzwürmer im Dielenboden. Im Bild schaut man seitlich auf das Holzplateau, in das die Sitzbänke eingebaut sind. Wie wir da vorgehen werden, ist noch unklar. Vor allem, ob eine Teil- oder eine Komplettbehandlung sinnvoll ist, wissen wir noch nicht genau.

Auf dem Weg von einem Kunden zum nächsten sah ich diese köstliche Szene. Eine Taube saß auf einem seit Ewigkeiten nicht gewarteten Taubenabwehrsystem. Nachdem dies nicht mehr funktionierte, war eine Rabenattrappe als Hilfsmittel installiert worden. Die allerdings stört die Taube offenbar kein bisschen. Ich weiß, dass der Rabe nachträglich installiert wurde, weil ich öfter dort vorbeifahre.

Was man hier sieht, konnten wir erst sehen, nachdem eine Wand geöffnet wurde. Man schaut nun in ein zweischaliges Mauerwerk mit Luftraum dazwischen. Links ist ein lila Datenkabel zu sehen. Als die Wand noch verschlossen war, war dessen Kabelkanal nur so weit zugänglich, dass ein einziger Pastenköder mit Mühe hineingelegt werden konnte. Nachdem der angefressen worden war und außerdem weitere Hinweise vermuten ließen, dass sich in der Wand selbst der Befall abspielt, wurde sie geöffnet. Nicht nur am Datenkabel hatten sie die Ratten schon zu schaffen gemacht.

Intern

Der Februar war ein Monat mit sehr viel Büroarbeit. Unsere jährliche Prüfung der Sicherheitsdatenblätter stand auf dem Plan und wir haben unsere Belehrungsunterlagen auf den neusten Stand gebracht.

Ärger des Monats

Was nützt es, wenn wir sauber dokumentieren, der Kunde aber nicht reinschaut? Da beschwerte sich doch ernsthaft ein Kunde, dass ein Problem immer noch auftrat, obwohl er nicht einen Finger gerührt hatte, um die Ursachenbekämpfung zu erledigen, die wir angeraten hatten. Sogar ein Mangel aus 2013
war seinerseits noch unbearbeitet.

Freude des Monats

Schön, wenn neben dem Ärger immer wieder auch richtig Erfreuliches passiert. Ein Kunde war sehr begeistert von unserem Online-Dokumentationssystem iODS. Er fand es superübersichtlich und einfach in der Handhabung.

Vertragskunden

In einem ehemaligen Endoskopieraum eines Krankenhauses gab es ein Problem mit Schmetterlings- mücken. Große Mengen lagen u.a. auf der gefliesten Fensterbank des Raumes. Aber wo war die Quelle? Vor vier Wochen gab es bereits an anderer Stelle des Hauses ebenfalls ein Problem mit den Tieren. Im Endoskopieraum wurde schließlich klar, dass sie aus dem Abfluss des Waschbeckens kamen. Der Gebäudetechniker versucht nun alte Bauzeichnungen aufzutreiben, um das Leitungssystem des Gebäudes zu ergründen. Denn nur so können wir die Quelle wirklich finden.

Wir haben einen Kunden mit einer Bäckerei übernommen. Bei der Erstbegehung des eigentlich ansonsten ganz ordentlichen Ladens machten wir manch eigenartigen Fund. Im Bild sieht man eine Maus, die offenbar durch Stromschlag getötet wurde. Sie lag schon recht lange in einem seitlichen Metallkabelkanal des Backofens. Mausetot in einem vollkommen mit Mehlstaub verdreckten Bereich.

Unser Tagebuch-Autor

Detlev Lergon: Seit 1996 ist er als selbstständiger Schädlingsbekämpfer tätig. Seine Firma DELEX Schädlingsmanagement sitzt in Saarbrücken. Detlev Lergon hat 5 Mitarbeiter, davon 4 Techniker und 1 Bürokraft. Er ist schwerpunktmäßig im Gesundheits- und Vorratsschutz tätig, macht aber auch Holzschutzarbeiten. Die Kundschaft ist buntgemischt – vom Privatkunden über den Industriekunden bis hin zu öffentlichen Auftraggebern.